#71: Fatma Aydemir – Dschinns

»Hüseyin, […] wie kannst du ausgerechnet jetzt an einem Herzinfarkt sterben und alles verpassen, was sich hier in dieser Wohnung abspielen wird, in deiner Wohnung?«

Ist dies der letzte Gedanke eines türkischen »Gastarbeiters«, der nur Tage vor seinem 60. Geburtstag und dem wohlverdienten Ruhestand in der wunderbaren Wohnung in Istanbul stirbt, für die er ein Leben lang gearbeitet hat? Oder verhöhnt den sterbenden Hüseyin ein Dschinn, der sich nun seiner Familie annehmen wird?

In Fatma Aydemirs (https://www.instagram.com/fatmaaydemir) Roman blicken wir durch die Augen seiner verbitterten Frau Emine, seiner ehrgeizigen Töchter Sevda und Peri und seiner schwankenden Söhne Hakan und Ümit. Sie alle versammeln sich für die Beerdigung ihres Babas und begegnen dabei ihren eigenen Dschinns – den quälenden Gewissheiten im Hinterkopf und jahrelang totgeschwiegenen Rissen in der Familie. Eine Sternstunde der Empathie!

Unsere Laberfach-Crew ist beeindruckt von diesem Werk, genauso wie Tubâ vom »Emporkömmlinge«-Podcast (https://open.spotify.com/show/7raAkbB5RClUUjdQTHP6bX?si=db39496135da4b72). Vielen Dank für deine Expertise als Historikerin und Perspektiven aus deiner eigenen Vita in dieser Folge!

Wir sind also restlos begeistert – doch wären Schüler*innen im Unterricht es auch…?

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